Ich liebe die Jenaer Berge, aber was hier fehlt, sind schöne Seen. Die gibt es aber wiederum in Leipzig (wo es allerdings keine Berge gibt — tja, man kann nicht alles haben). Im Internet bin ich auf die 7-Seen-Wanderung gestoßen und geboren war die Idee, einen Ausflug nach Leipzig zu unternehmen. Die Tour entspricht nicht der Wanderroute, ist aber daran angelehnt. Genau genommen ist unsere Route eine 8-Seen-Tour. Unterwegs waren wir mit den Mountainbikes — ich kann die Gegend jedoch auch wärmstens zum Rennrad fahren empfehlen (allerdings nicht die hier angegebene Route auf Grund vieler Schotter- und Feldwege). Womit man auf dieser Strecke nicht rechnen sollte, sind Höhenmeter.

Tourdaten: Markkleeberg See — Störmthaler See — Haubitzer See — Hainer See — Kahnsdorfer See — Stausee Rötha — Zwenkauer See — Cospudener See

hoehenprofilDistanz: 90 km
Höhenmeter: 340 m
Weganteil: 41 %
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Los ging es für uns am Nordstrandparkplatz des Cospudener Sees (oder wie er bei den Leipzigern heißt „Cossi“). Dort kann man kostenfrei parken — empfiehlt sich also für eine Tagestour. Schon auf den ersten Metern haben wir gemerkt, dass es an diesem wunderschönen Tag nicht nur uns vor die Haustür gezogen hat: Radfahrer, Skater, Spaziergänger, Nordic Walker… alle wollten das schöne Wetter genießen. Ein Glück sind die Wege hier wirklich gut ausgebaut, sodass man sich kaum in die Quere kommt.

Markkleeberger See

Unsere Tour führte uns zuerst durch Markkleeberg an den  Markkleeberger See. Dann weiter über die Crostewitzer Höhe zum Störmthaler Kanal, der, wie der Name schon vermuten lässt, die Verbindung zum Störmthaler See herstellt. Besonders schön fand ich hier den alten Bergbau-Kran, der zusammen mit den alten Halden, dem Wasser und dem perfekten Wetter ein super Foto-Motiv abgab. Wer eine kürzere Tour plant oder sich mit der Rad-Tour nicht ausgelastet fühlt, kann noch einen Abstecher zum Kanupark oder zum Kletterpark am Markkleeberger See machen. Wir hatten allerdings noch 80 km vor uns — also ging es weiter.

Störmthaler See

Durch Güldengossa ging es weiter zum Störmthaler See. Für mich war das der schönste der acht Seen, die wir auf unserer Tour gesehen haben. Das lag wohl vor allem an dem schönen türkis-grünen Wasser des Sees, aber auch an der netten Gesellschaft, die wir zu unserem Päuschen hatten. Ein älteres Ehepaar, fit auf ihren Rädern unterwegs, berichtet uns von den vielen Ausflügen, die sie schon unternommen hatten und noch unternehmen wollen. Und uns schoss nur der Gedanke durch den Kopf „das sind wir in 40 Jahren“.

Nach unserer Rast („bloß nicht zu lange, wir haben immer noch 76 km vor uns“) fuhren wir weiter entlang des Sees, über das Gelände des Highfield-Festivals und dann in Richtung Halde Trages. Dort wollten wir eigentlich auf den Aussichtsturm, der Weg war jedoch verschlossen und einen anderen Weg zum Turm haben wir leider nicht gefunden. Dafür aber einen gemütlichen Hochsitz, der wieder zu einer kleinen Pause einlud.

Auf einem Hochsitz auf der Halde Trages

Haubitzer See, Hainer See und Kahnsdorfer See

Über ein paar kleinere Dörfer fuhren wir weiter zum Haubitzer See und Hainer See. An der Lagune des Hainer Sees kann man ein wenig träumen von einem netten Häuschen mit Terrasse auf dem See. Zwischen Hainer See und Kahnsdorfer See führt ein Radweg entlang — mit rundum Seeblick sozusagen. Hinter dem Kahnsdorfer See führt ein Weg entlang des Hainer-See-Ablaufs zum Stausee Rötha. Hier findet man linkerhand den glasklaren See und rechterhand den türkis-grünen Kanal.

Stausee Rötha

Am Stausee Rötha hat uns ein kleiner Rastplatz mit Blick auf den ruhigen See noch ein wenig zum Verweilen eingeladen. Der Stausee scheint im Gegensatz zu den anderen Seen kein Badeort zu sein. Dafür gibt es aber Schwäne und wesentlich mehr Ruhe als an den anderen, viel besuchten Seen. Entlang der Pleiße führte uns dann ein schöner Radweg Richtung Zwenkauer See.

Zwenkauer See und Cospudener See

Der Zwenkauer See bietet viele kaum besuchte Badestellen. Das Wasser hier ist unglaublich klar und man findet definitiv ein Plätzchen, an dem man seine Ruhe hat. Hinter dem Zwenkauer Hafen kann man mit dem Fahhrad auf einem kleinen Trail richtig nah am Wasser fahren. Man muss aber aufpassen, dass man den Abzweig zurück auf den Fahrradweg nicht verpasst. Ab hier startet man dann die letzten 15 km zurück Richtung Parkplatz.

Zwenkauer See

Der Radweg hinter dem Hochwasserzulauf Richtung Cospudener See ist von vielen Wurzeln sehr wellig und unangenehm zu fahren. Vor allem mit dem Rennrad würde ich von dieser Teilstrecke abraten. Der Radweg entlang des Cossis jedoch ist wieder sehr gut ausgebaut — und dementsprechend belebt. Hier tummeln sich Spaziergänger, Radfahrer und Badegäste. Vielleicht findet man hier ein etwas ruhigeres Badeplätzchen als am Nordstrand. Wer wirklich seine Ruhe haben will, dem würde ich aber einen anderen See als den Cospudener empfehlen.

Fazit
Leipziger Seen, ihr habt mir sehr gefallen!
Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder
— dann aber mit dem Rennrad.