„Wohin wollen wir in den Urlaub fahren?“
Irgendwo in die Berge — soviel ist klar! Österreich? Schweiz? Bayern? Alpen? Dolomiten?
„Hey, hier läuft ’ne Doku im Fernsehen! Hast du schon mal was vom Vierwaldstättersee gehört?“
„Nö“
„Sieht geil aus, lass uns dorthin fahren!“
„Geht klar“

So oder so ähnlich kam es dieses Jahr zur Wahl unseres Urlaubsziels: der Vierwaldstättersee. Bis ich die Doku gesehen hatte, hatte ich noch nie etwas von diesem See gehört. Dabei ist er relativ groß, liegt im Herzen der Schweiz am Rande der Alpen und ist wunderschön.

Vierwaldstättersee

Ganz besonders gefallen hat mir die Ruhe in der Region. Ich weiß nicht, ob wir schon aus der Hauptsaison raus waren, ob es an der vergleichsweise teuren Schweiz liegt oder der See einfach nicht so bekannt ist — aber am Vierwaldstättersee ist wesentlich weniger Touristenrummel als zum Beispiel am Gardasee; und das obwohl der See mindestens genauso schön ist! Glasklares türkisblaues Wasser, umgeben von den Voralpen in der einen Richtung und Flachland in der anderen Richtung und noch dazu einer Vielzahl weiterer Seen.

Die vier Urkantone der Schweiz am Vierwaldstättersee (von Tschubby, CC BY-SA 3.0)

Die vier Urkantone der Schweiz am Vierwaldstättersee (von Tschubby, CC BY-SA 3.0)

Waldstätte hießen im 14. Jahrhundert die vier Urkantone der Schweiz: Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern. Und genau diese vier Kantone laufen am Vierwaldstättersee zusammen (Unterwalden ist heute geteilt in die zwei Kantone Nidwalden und Obwalden).

Genau wie der Gardasee ist der Vierwaldstättersee ein Gletscherrandsee, was wohl auch die wunderschöne Farbe des Sees erklären dürfte (korrigiert mich, falls ich da falsch liege, ihr lieben Geologen). Der See besteht aus mehreren Becken und Buchten und ist dadurch meiner Meinung nach besonders fotogen. Der See wird von den Voralpenbergen geschützt, das Klima hier ist vergleichsweise mild. Und wir hatten nun auch noch die gefühlt einzige Woche des Jahres erwischt, in der der Sommer sich von seiner besten Seite gezeigt hat. Das bedeutete allerdings auch rauf auf’s Rad bei 30 Grad.

Relaxen mit AussichtAuf der Suche nach einer Unterkunft waren wir uns schnell einig, dass Hotelurlaub nichts für uns ist. Stattdessen haben wir uns ein wenig bei Airbnb umgeschaut und sind dort auf eine kleine Berghütte gestoßen. Die Hütte befindet sich auf der vom Vierwaldstättersee abgewandten Seite im Kanton Schwyz, zwischen Zuger- und Lauerzersee. Die Hütte ist umgeben von Wald, Alm und kleinen Wasserfällen. Sie ist klein und gemütlich, bietet alles was man braucht und vor allem eine atemberaubende Aussicht auf den Lauerzersee und den Kleinen und Großen Mythen — klar, dass uns die beiden Gipfel dann auch zu einer Tour einluden. Da wir nicht erst nach einem Supermarkt suchen wollten oder uns gar über die Schweizer Preise aufregen, haben wir unsere Vollverpflegung einfach direkt mitgebracht. Gegessen haben wir immer draußen vor der Hütte: frische Bergluft, Sport und eine wundervolle Aussicht — wer da keinen Appetit bekommt, dem ist nicht zu helfen.

In den fünf Tagen, die wir am Vierwaldstättersee verbracht haben, haben wir uns auf drei Radtouren begeben:

Tour 1: Die Rigi — Die Königin der Berge
Tour 2: Die Mythen
Tour 3: Panoramaroute Bike Arena Emmetten

Alles in allem fand ich es recht schwierig, in der Region Touren zu planen. Die ausgeschilderten Fahrradrouten sind keine Singletrail-Träume. Im Bikepark Emmetten kann man sich aber durchaus noch ein wenig mehr austoben, als wir es getan haben. Wer mit Komoot plant, sollte vorsichtig sein: nicht selten musste wir unsere Bikes schieben oder gar tragen. Aber hat man sich erst einmal auf den Gipfel gekämpft, dann entschädigt die Aussicht für alles!