Der Herbst ist nicht gerade meine Lieblingsjahreszeit. Meist ist es grau, verregnet und kalt — und damit nicht gerade optimales Fahrradwetter. Eins muss man dem Herbst aber lassen: keine andere Jahreszeit ist so wunderbar bunt. Und ich liebe bunt. Deswegen verzeihe ich dem Herbst die Regentage, schmeiße mich in warme Klamotten, ziehe die dicken Bikehandschuhe an und dann geht’s raus in die bunte Welt.

Zwischen Bittstädt und Holzhausen lässt sich ein erster Blick auf die Mühlburg erahnen

Zwischen Bittstädt und Holzhausen lässt sich ein erster Blick auf die Mühlburg erahnen

Diesen Sonntag zog es uns in die Gegend um Arnstadt zu den drei Gleichen. Schon als Kind mochte ich den Abschnitt der A4, der zwischen den drei Burgen hindurch führt: die älteste Burg, die Mühlburg und die jüngste Burg, Burg Gleichen, sind heute gut erhaltene Ruinen. Auf der Veste Wachsenburg befindet sich heute ein Restaurant. Ich habe mich immer gefragt, wieso die drei doch recht unterschiedlichen Burgen, die „Gleichen“ heißen. Der Name entstand wohl —  der Sage nach — weil die drei Burgen durch den Einschlag eines Blitzes 1231 wie drei Fackeln brannten.

Tourdaten: Arnstadt — Veste Wachsenburg — Mühlburg — Burg Gleichen — Kaffberg — Apfelstädtaue

Höhenprofil von komoot.de

Höhenprofil von komoot.de

Distanz: 46,3 km
Höhenmeter: 560 m
Singletrailanteil: 59%
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Veste Wachsenburg

Blick auf die Veste Wachsenburg

Blick auf die Veste Wachsenburg

Gestartet sind wir in Arnstadt. Hier haben wir einen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt gefunden, der am Wochenende kostenfrei ist. Unsere Tour führte uns zuerst Richtung Südwesten. Hier wollten wir eigentlich den S3 Trail fahren, der anscheinend durch das ehemalige Bachbett der Wilden Weiße verläuft. Zum Großteil hat man hier jedoch nicht einmal einen Weg erkannt, weswegen wir uns dann doch recht schnell für die Straße entschieden. Nach etwa 5,9km wechselten wir auf einen Wiesentrail. Ich habe diesen Abschnitt in der für euch downloadbaren Tour weggeplant, weil man hier nur 500m bergauf durch den Wald schiebt. Bergab sicher lustig. Bergauf — no fun. Also lieber den kurzen Umweg in Kauf nehmen.

Von hier aus fuhren wir Waldautobahn über Bittstädt nach Holzhausen. In Holzhausen befindet sich übrigens das 1. Deutsche Bratwurstmuseum natürlich inklusive Gaststätte Bratwurstscheune. Also falls euch hier schon der Hunger packt — Guten Appetit!

Von hier aus geht es auch hinauf auf die Veste Wachsenburg. Der Anstieg (etwa 100 Höhenmeter) ist human. Die Wachsenburg ist, wie bereits erwähnt, noch in Betrieb; als Restaurant und Hotel. Ist wohl aber nicht ganz billig dort.

Mühlburg

Die Burgruine Mühlburg

Die Burgruine Mühlburg

Von der Wachsenburg aus zur Mühlburg fuhren wir einen netten Waldtrail. Diesen Abschnitt kann ich sehr empfehlen! Ein wenig haben wir uns über die gelb-schwarzen Absperrbänder gewundert, die alle paar Meter Seitenwege oder gar unseren Trail absperrten. Nahe der Mühlburg hörten wir dann Lautsprecherdurchsagen und fragten uns, in welches Event wir hier geraten sind. An der Mühlburg stand dann, neben mittelalterlichen Gauklern, auch die Feuerwehr parat. Denn beim King of Cross — einem 16 km langen Crosslauf mit Hindernissen — müssen die Teilnehmer eben auch mal durchs Feuer springen.

Um die Burgruine (sowie das Museum und den Turm) betreten zu dürfen, muss man Eintritt zahlen. Das kam für uns etwas unerwartet. Trotzdem nutzten wir den Innenhof der Ruine für ein Päuschen. Zeit für Turm und Museum blieb uns aber leider nicht.

Burg Gleichen

Blick auf Mühlburg von der Burg Gleichen

Blick auf Mühlburg von der Burg Gleichen

Von der Mühlburg kommt man leider nur über Treppen wieder hinab ins Tal. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur dritten Burg: die Burg Gleichen. Auf der anderen Seite der Autobahn befindet sich der Burgberg (welch kreativer Name). Hier sind nur wenig Höhenmeter zu überwinden. Auch die Burgruine Gleichen kostet Eintritt, den wir für unser Fünf -Minuten-Päuschen aber nicht zahlen wollten. Stattdessen beschlossen wir, unsere Tour noch durch die Apfelstädtaue fortzusetzen, statt einfach über die Landstraßen zurück zu rollen.

Apfelstädtaue

Also fuhren wir auf der anderen Straßenseite wieder in den Wald entlang des Kaffbergs und Rhönbergs, entlang der Talsperre Wechmar über einen Feldweg bis wir an der Apfelstädt standen — und feststellten, dass uns Komoot einmal direkt durchs Wasser schicken wollte. Zum Glück verriet uns ein älterer Herr, dass es ein paar Meter weiter eine Brücke gibt (die ich euch netterweise in die Tour eingeplant habe). Kaum standen wir auf der Brücke, wurde uns klar, warum uns Komoot durchs Wasser schicken wollte: das scheint hier so üblich zu sein! Eine Gruppe Motocrosser fuhr geradewegs durch den Fluss ans andere Ufer. Das wäre mir bei dem Wetter dann doch etwas zu nass-kalt gewesen.

Am anderen Ufer startet der einfache aber schöne Waldtrail durch die Apfelstädtaue. Ich bin froh, dass wir diesen Umweg genommen haben, denn hier konnten wir die bunten Herbstfarben noch ein wenig genießen. So fuhren wir durch den Wald bis nach Apfelstädt (ja, hier heißt alles so). Ab da setzten Nieselregen und Dämmerung ein und wir fuhren schnellstmöglich über die Dörfer zurück nach Arnstadt.

Fazit
Schöne Herbstlandschaft,
der ein oder andere nette Waldtrail
und trotz der wenigen Berge kamen ein paar Höhenmeter zusammen.