Jetzt ist es schon wieder fast zwei Monate her, als es uns für einen Kurzurlaub nach Usedom verschlug. Ostsee? Keine Berge? Ja! Ich liebe das Meer. Müsste ich zwischen Meer und Bergen wählen, würde ich mich für die Berge entscheiden, aber eigentlich hat beides für mich seinen Reiz. Deswegen wurde es mal wieder Zeit für lange Strandspaziergänge, Kraft tanken während man dem Rauschen der Wellen lauscht, den Geruch von Kiefernnadeln schnuppern und sich einfach mal dem Nichts-Tun widmen. Aber dass es keine Berge gibt, hindert uns längst nicht daran, aufs Rad zu steigen. Folgt mir auf eine 2RadLiebe Inselerkundung.

Ausflug nach Peenemünde

Am ersten Tag hat es uns nach Peenemünde verschlagen. Ein bisschen Geschichts-/Technik-/Raumfahrtluft schnuppern. Die Tour war eher eine kurze: von Karlshagen bis nach Peenemünde sind es nur etwa 10 Kilometer und weiter ausgeweitet haben wir die Tour nicht, weil das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Reizvoll fand ich vor allem den Rückweg auf dem Radweg durch die Peenewiesen. Dort findet man mehrere Ruinen verbunkerter Lagerhallen. Die Ruinen wirken jedoch nicht wie ehemalige Lagerhallen sondern erinnerten mich eher an Ruinen alter Aquädukte. Danny MacAskill würde diese Kulisse lieben, da bin ich mir sicher. Mir fehlen leider die nötigen Trial-Skills. Zum Fotografieren verlockten mich die Ruinen aber trotzdem.

Inselrundtour Usedom

Höhenprofil von komoot.de

Höhenprofil von komoot.de

Distanz: 56,9 km
Höhenmeter: 450 m
Singletrailanteil: 40%
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Am nächsten Tag haben wir uns eine etwas längere Inselrundtour gegönnt. Geplant waren 90 Kilometer. Doch recht optimistisch auf dem Mountainbike. Aber wir dachten uns: „Hey, wir sind an der Ostsee, keine Berge, da sind doch 90 Kilometer locker drin!“ Aber wir haben die Rechnung ohne den sandigen Boden und die steife Meeresbrise gemacht. So sind es letztlich doch nur knapp 60 Kilometer geworden. Dafür kamen aber sage und schreibe 450 Höhenmeter zusammen. Wie, ist uns auch nicht so richtig klar. Das Höhenprofil sieht diesmal aber sehr interessant aus.

kiefernwaldGestartet sind wir in Karlshagen bei noch eher grauem Ostseehimmel. Im Laufe des Tages meinte das Wetter es aber gut mit uns und die Sonne konnte sich das ein oder andere Mal durch die Wolkendecke kämpfen. Unsere Tour führte uns über die Strandpromenaden und durch die Kiefernwälder direkt an der Küste entlang. In den Wäldchen hat man viele Möglichkeiten auf kleine Trails abzubiegen und die Tour beliebig abzuwandeln. Ich mag die Trails durch die Kiefernwälder — alles wirkt irgendwie ein bisschen märchenhaft und es riecht so gut. Den ein oder anderen Trail haben wir auch mitgenommen, aber ich warne euch vor: der Sandboden, die Wurzeln und Kiefernzapfen kosten Kraft. Wer glaubt, an der Ostsee könnte man die Oberschenkel nicht trainieren, der irrt.

Bei einer Usedom Tour dürfen natürlich die Pausen mit Meerblick nicht fehlen. In der Herbstsonne genießen wir den beruhigenden Blick aufs Wasser.

Unser Rückweg führte uns über den Damm entlang des Achterwassers. Auch hier hatten wir mit Sand und Wind zu kämpfen. Pünktlich zum Einsetzen des Regens waren wir aber wieder in unserer kuscheligen Unterkunft angekommen.

Am Achterwasser

Wir haben übrigens ein sehr ereignisreiches Wochenende für einen Besuch in Karlshagen erwischt — unwissentlich. Nicht nur war Drachenfest am Strand in Karlshagen, auch gab es zum Tag der deutschen Einheit ein 90-minütiges Feuerwerk entlang der ganzen Usedomer Küste — von Heringsdorf bis Karlshagen. Wer sich noch weitere Anregungen für einen Urlaub auf Usedom holen will, sollte ein wenig in den Usedomer Inselstimmen stöbern.

Direkt vor unserer Abfahrt sind wir noch einmal die 50 Meter zum Strand hinunter gelaufen, um uns von der (am letzten Tag stürmischen) See zu verabschieden. Bye bye Ostsee, wir kommen wieder!

Strand