Ok, zugegeben, so richtig Winter ist nicht. Schnee ist in Jena sowieso ein selten gesehener Gast. Aber hey, die Temperaturen bewegen sich zumindest um den Nullpunkt und statt ständigem Regenwetter, kam heute endlich mal wieder die Sonne zum Vorschein. Und da wir den geliebten Rädern schon viel zu lange keine Beachtung geschenkt haben, und nach dem ganzen Faulenzen über die Feiertage langsam an Bewegungsmangel litten, hieß es heute endlich wieder „Rauf auf’s Bike!“. Und was gibt es schöneres als das Jahr damit abzuschließen, noch einmal den höchsten Gipfel Jenas zu erklimmen, um die wunderbare Aussicht über die Lieblingsstadt zu genießen?

Tourdaten: Jenzig — Hufeisen — Kunitzburg

Höhenprofil von komoot.de

Distanz: 19,4 km
Höhenmeter: 330 m
Singletrailanteil: 46%
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Blick auf den Jenzig — noch leicht im Nebel.

Zugegeben eine recht kurze Runde, aber was will man erwarten nach 2 Monaten Rad-Pause? Ich war schon froh, dass ich den Jenzig noch bezwingen konnte und nicht der Jenzig mich! Wir starteten nachdem sich der Nebel weitestgehend verzogen hatte. Die restlichen kleinen Nebelschwaden rundeten jeden Ausblick ab.

Bergauf sind wir dem ein oder anderen Spaziergänger begegnet. Die Kommentare waren die üblichen, wenn man sich mit dem Fahrrad auf den Jenzig quält. Während man im Wald oft ein dickes Fell gegenüber negativen Kommentaren der Wanderer braucht, kann man hier immer viel Respekt einheimsen. Da kann man auch mal ein wenig stolz sein, dass man eben doch nicht ganz unfit ist — nicht mal nach der Weihnachtsvöllerei.

Auf dem Jenzig entschädigt — jedes Mal wieder — der wundervolle Ausblick auf die Innenstadt. Sei es vorne an der Spitze bei der Gaststätte, oder noch ein Stück weiter oben Richtung Osten. Die Freifläche hier wird häufig von Paraglidern als Startpunkt genutzt, um in das Tal zwischen Jenzig und Hausberg zu gleiten.

Über das Hufeisen zur Kunitzburg

Märchenwaldboden auf dem Hufeisen

Vom Jenzig aus kann man das Tal um Kunitz und Laasan auf dem Kamm entlang umfahren, um zur Kunitzburg zu gelangen. Im Wald war es ziemlich frisch, deswegen haben wir uns bei diesem Wetter auch über die kleinen Höhenmeter gefreut, die uns zumindest warm hielten. Viel zu sehen gibt es hier oben im Wald nicht, aber ich mag den Waldboden, der hier mit einer (mir unbekannten) Efeu-artigen Pflanze bewachsen ist (vielleicht ist es auch Efeu — gibt es Botaniker unter meinen Lesern?), die dem Wald zu jeder Jahreszeit etwas märchenhaftes verleiht.

Das Hufeisen verbindet den Jenzig mit dem Gleißberg. Auf dem Gleißberg befindet sich die Kunitzburg (ursprünglich „Burg Gleißberg“, aber unter diesem Namen dürfte sie kaum noch jemandem bekannt sein). Viel übrig ist von der ehemaligen Burg nicht; eigentlich nur noch eine Wand und ein Turm. Trotzdem ist die Ruine ein beliebtes Wander- und natürlich Radziel. Besonders schön kann man hier den Sonnenuntergang über Jena beobachten, weshalb sich ein Ausflug hierher auch immer als kleine Feierabendrunde lohnt.

Blick auf Kunitz

Ich habe noch keinen Mountainbiker erlebt, dem die Abfahrt von der Kunitzburg nicht gefiel. Die Abfahrt ist abwechslungsreich und eignet sich je nach Tempo für unterschiedliche Technikskills. Aber bitte auf die entgegenkommenden Wanderer achten!

Am Fuße des Geißbergs wird man noch mit einem schönen Blick auf Kunitz belohnt. Für den Rückweg in die Innenstadt hat man mehrere Optionen. Wer eine längere Tour plant, sollte von hier aus Richtung Westen ins Rautal und zu den Schlachtfeldern fahren. Wir haben den direkten Heimweg den Saaleradweg entlang gewählt. Und nach einer Wintertour gibt es eigentlich nur noch eines: rein ins warme und ab unter die heiße Dusche!