Unsere erste Tagestour in Kroatien führte uns an den südlichsten Zipfel Istriens: das Kap Kamenjak. Reiseberichte über Radtouren entlang des Kaps waren der Grund, warum ich Istrien als Zwischenstopp für unsere Reise eingeplant habe. Hier muss man nicht viele Höhenmeter zurücklegen (was mit der Murmel nun auch langsam schwerer wurde), wird aber trotzdem mit wundervoller Landschaft belohnt.

Höhenprofil von komoot.de

Küstenausblick in Pula

Distanz: 35,7 km
Höhenmeter: 420 m
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Um mit dem Rad ans Kap zu fahren, kann man ruhig direkt in Pula starten. Dort gibt es bereits ausgeschilderte Radwege Richtung Kap, die größtenteils an der Küste entlang führen. Nach etwa 13 Kilometern gelangten wir ins Landschaftsschutzgebiet Kap Kamenjak. Um die gesamte Halbinsel führt ein Pfad direkt an der Küste entlang, der nicht nur Wanderern, sondern auch Radfahrern offen steht (Route 315). Das Gelände ist leicht hügelig — ich würde fast sagen flowig — und ist sowohl mit Mountainbike als auch mit Tourenrad befahrbar.

Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, wird sich auch über den “Dinosaurierpark” auf der Halbinsel freuen. “Park“ ist vielleicht etwas übertrieben — es handelt sich nicht um ein abgeriegeltes, kostenpflichtiges Gelände. Stattdessen sind überall ein paar (nicht mehr ganz neuwertige) Dinosauriermodelle verteilt, inklusive Schautafeln mit Beschreibung (die deutsche Übersetzung lässt ein wenig zu wünschen übrig — besser man liest den englischen Text und übersetzt selbst).

Das beste am Kap sind aber die vielen Bademöglichkeiten: von flacher Bucht bis zu hohen Felsklippen zum Reinspringen ist alles vorhanden. Leider blieb uns der volle Genuss der Halbinselumrundung versagt. Wir sind nur wenige Meter weit im Landschaftsschutzgebiet gekommen, als wir auf ein gelbes Absperrband und einen freundlichen kroatischen Soldaten trafen, der uns erklärte, dass das Kap die nächsten zwei Tage für Militärübungen genutzt wird und die Trails deswegen gesperrt sind. Wir beneideten den jungen Mann nicht gerade um seine Aufgabe, denn wir waren wohl nicht die ersten Touristen, denen er an dem Tag die Enttäuschung im Gesicht ablesen durfte.

Aber wir hatten Urlaub und da lässt man sich die Laune nicht von solch widrigen Umständen verderben. Stattdessen genossen wir ein ausgiebiges Päuschen an der Felsenküste, beobachteten Muscheln, kleine Fische und merkwürdige dunkelrote Glibberpflaumen, bei denen wir bis heute nicht wissen, ob sie in die Tier- oder Pflanzenwelt gehören.

Wem es am Kap Kamenjak jetzt besonders gut gefällt, dem sei gesagt, es gibt auch mindestens einen Camping Platz auf der Halbinsel (der im April noch nahezu unbewohnt war), mit viel Wald und “Strand”. Auf der Halbinsel befindet sich außerdem das Dorf Premantura, in dem sich sicher auch die ein oder andere Unterkunft findet. Wir haben das Dorf genutzt für ein frühes Dinner im Biergarten eines Fischrestaurants. Das Essen war gut, aber nicht überragend.

Auf dem Rückweg Richtung Pula überquerten wir noch eine Art Damm, zur Abgrenzung eines Fischteichs. Hier ist das Wasser ganz flach und man kann wunderbar Krabben beobachten. Der höchste Punkt unserer Route lag übrigens bei 70 Höhenmetern — trotzdem schafften wir es auf beachtliche 420 Höhenmeter an dem Tag. Als wir nach etwa 36 Kilometern wieder an der Bucht vor unserer Unterkunft ankamen, waren wir angenehm erschöpft und ließen den Abend noch mit entspanntem „Sunset Watching” ausklingen.

Ein bisschen traurig bin ich schon, dass wir das Kap nicht umrunden konnten. Falls es euch also an die südlichste Spitze Istriens verschlägt, dann lasst mir doch ein paar Bilder zukommen!