„Radroute der römischen Gladiatoren“ — unter diesem Namen habe ich die Tour im Netz gefunden. „Eine herrliche Kombination aus Radtour und Sightseeingtour.“ Klingt gut. Klingt nach Urlaub. Machen wir.

Ich weiß nicht genau, was wir falsch gemacht haben, aber mir ist bis heute nicht klar, warum man der Route diesen Namen verliehen hat. Mit römischen Gladiatoren und Sightseeing hatte die Tour recht wenig zu tun. Stattdessen haben wir uns über Umwege und teilweise entlang stark befahrener Straßen durch die Pampa gequält. Trotzdem hatte die Route natürlich auch ihre schönen Fleckchen, von denen ich euch berichten möchte. Mit ein wenig Neuplanung lässt sich aus der Tour sicher ein schönes Sightseeing Erlebnis machen. Nur mit römischen Gladiatoren sollte man nicht unbedingt rechnen…

Höhenprofil von komoot.de

Distanz: 46,2 km
Höhenmeter: 550 m
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Küste in Pula

Über die ersten Kilometer der Tour weiß ich kaum, was ich berichten soll. Gestartet sind wir wie am Vortag entlang der Küste — der Radweg hier ist ohne Frage schön, weil man den Ausblick auf die Felsenküste nahezu durchgängig genießen kann. Die Route ist durchgängig ausgeschildert (308), verfahren kann man sich hier kaum. Die Strecke führt weiter durch die Innenstadt, entlang… ja entlang was eigentlich? Pula ist in dieser Ecke nicht besonders schön. Sehenswürdigkeiten konnten wir hier keine entdecken. Weiter ging es aus der Stadt hinaus und ein ziemlich langes Stück die Bundesstraße entlang. Mit Kindern würde ich von dieser Strecke auf jeden Fall abraten. Wir fuhren durch das Hinterland — das kann häufig sehr schön sein, so abseits vom Haupttourismus. Kann ich hier leider nicht behaupten.

Unser erstes Päuschen machten wir nach etwa 2 Stunden Fahrt und 17 Kilometern — am Straßenrand. Weil wir keinen schöneren Platz gefunden haben. Immerhin am Waldrand im Schatten. Nachdem wir uns durch unsere Vorräte gefuttert hatten und uns gestärkt fühlten für die Weiterfahrt, kam uns ein Einheimischer entgegen, der uns fragte, warum wir ausgerechnet hier Pause machen, gäbe es doch ein paar Meter in den Wald hinein ein wirklich schönes Plätzchen. Ja warum wählten wir den Pausenplatz? Ganz einfach, weil wir es nicht besser wussten. Also beschlossen wir einen kleinen Abstecher in den Wald hinein zu machen und Tatsache: hier befindet sich ein wirklich schöner Park (Sijanska suma), mit Spielmöglichkeiten für die Kleinen, einem kleinen Imbiss/Cafe für die Großen und vorallem Schatten und Ruhe. Den Umweg durchs Hinterland kann man sich sparen. Dann lieber gleich einen Abstecher in den Park — hier lässt sich sicher auch ein ganzer Tag verbringen.

Weiter führt die Tour zu den alten Fort Anlagen in der Bucht vor Pula — oder genauer genommen, an ihnen vorbei. Deswegen empfiehlt es sich hier auf die Route 313 zu wechseln, die führt nämlich tatsächlich in die alten Wehranlagen hinein und bis hinunter ans Wasser. Und von hier begann für mich der eigentlich schöne Teil der Tour. Am Fort erwartet einen ein entspanntes Pausenplätzchen mit Ausblick auf die Bucht und den Hafen von Pula. Sogar das Colosseum kann man von hier aus sehen. Im Waldstück gibt es kleine, aber spaßige Trails.

Das Colosseum in Pula

Danach wechselten wir wieder auf die 308 um den Rückweg in die Innenstadt anzutreten. Die meisten Pulaer Sehenswürdigkeiten befinden sich rund um den Hafen. So fuhren wir vorbei am Colosseum, durch die verwinkelten Gassen, vorbei am Kastel (das wir gar nicht so recht wahrgenommen haben), und dem Arco dei Sergi.

Restaurant Gina

Der beste Teil dieser Tagestour war wohl die Wahl des Restaurants, in dem wir den Abend haben ausklingen lassen. Das Restaurant Gina liegt nur wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt. Hier war es nicht nur ungeheuer gemütlich mit Ausblick aufs Meer, auch die Bedienung (nicht Gina) war freundlich und unterhaltsam, und das Essen verdammt lecker. Wir wurden sogar beraten, welche Gerichte (tagesabhängig) zu empfehlen sind und haben das erste Mal „Iah“ (gibt es Sprachschwierigkeiten wird die Kommunikation eben ein wenig kreativ) gegessen (lecker!).

Am Ende unserer Tour fragten wir uns alle, was es nun eigentlich mit den römischen Gladiatoren in Pula auf sich hat. Vielleicht gab es entlang der Route viel mehr Sehenswürdigkeiten als uns bewusst war. Sollte es so sein, dann waren sie aber gut versteckt und nicht ausgeschildert — nicht sehr hilfreich für Touristen. Solltet ihr nur wenige Tage in und um Pula haben, dann testet lieber eine der anderen Radrouten, zum Beispiel die ums Kap Kamenjak.