Im südöstlichsten Zipfel Deutschlands an der Grenze zu Österreich findet man ihn: den Nationalpark Berchtesgaden. Wir lieben Nationalparks, wir lieben Berge — dass wir dem einzigen Nationalpark im deutschen Teil der Alpen über kurz oder lang einen Besuch abstatten, lag nahe. Genau genommen stand der Nationalpark Berchtesgaden schon seit Langem weit oben auf meiner Bucketlist. Und im Nachhinein muss ich sagen: zu Recht!

Im Berchtesgadener Land gibt es so viel faszinierende Natur zu entdecken, dass man schon gar nicht mehr glaubt, in Deutschland zu sein! Ein bisschen Norwegen hier, ein bisschen Kanada da. Fjordartige Seen, meterhohe Wasserfälle, Zauberwälder, wilde Blumenwiesen, rauschende Klammen, versteinerte Könige, himmlische Schaukeln — es ist wie im Märchen!

Abgesehen von unserem Kurztrip in den Harz war das unser erster richtiger Urlaub mit Kind. Und damit natürlich auch ein erstes Herantasten an diese neue Form des Reisens. Da kamen einige Fragen auf: von der Wahl der Unterkunft, über die Wahl der Wander- und Radrouten bis zur Gepäckliste.

Dass eine Ferienwohnung für uns auch mit Baby noch immer die liebste Art der Unterkunft ist, war uns schnell klar: dort haben wir genügend Platz und können uns und den Zwerg bequem selbst versorgen. Nach kurzer Suche haben wir eine wirklich tolle Unterkunft in Oberau im Berchtesgadener Land gefunden: sauber, gemütlich, ruhig, mit super hilfsbereiten und netten Vermietern und einem Wahnsinnsausblick auf die Berge. So saßen wir jeden Abend auf dem kleinen Balkon und haben den Tag beim Anblick der Berge Revue passieren lassen.

Zu welchen Strecken wir Kilometer- und Höhenmeter-technisch in der Lage sind, konnten wir vorher nur in etwa an unseren Wanderungen in der Heimat abschätzen. Glücklicherweise lief aber unsere Wanderung am zweiten Tag durch die Wimmbachklamm zum Hintersee mit 15 Kilometern und 500 Höhenmetern so gut, dass sie direkt für den Rest des Urlaubs als Maßstab diente. So waren wir wirklich jeden Tag unterwegs, mal mit dem Rad, mal zu Fuß, mal mit Kraxe, mal mit Tuch. Wir haben alles getestet. Hier ein Überblick über unsere Touren:

Tag 1: Auer Rundweg
Tag 2: Wimbachklamm und Hintersee
Tag 3: Rossfeld Panoramastraße
Tag 4: Auer Konventionsweg
Tag 5: Königssee und Röthbachfall
Tag 6: Almbachklamm
Tag 7: Marxenhöhe und Kneifelspitze

Ein Abendspaziergang auf dem Auer-Rundweg

Am aufregendsten war für uns, wie der Zwerg die Autofahrt überstehen wird. Glücklicherweise hat er die fünf Stunden tapfer über sich ergehen lassen, hat gegessen, mit Mama geblödelt und sogar ein wenig geschlafen. Angekommen in unserer Ferienwohnung, entschieden wir uns vor dem Essen noch für einen gemütlichen Abendspaziergang, um uns die Beine zu vertreten und in der Bergwelt anzukommen. Zwei freundliche Einheimische (ein hoch auf den Tourismus) empfahlen uns den etwa einstündigen Auer-Rundweg — perfekt! Getrackt haben wir den kleinen Spaziergang nicht, die Tour ist aber vorbildlich ausgeschildert.

Schon nach dieser kleinen Runde hatte uns das Bergfeeling wieder voll gepackt und wir waren voller Vorfreude auf die kommenden Tage und Touren, von denen ich euch hoffentlich bald berichte.