Auf unsere erste längere Wanderung in Berchtesgaden gingen wir ohne genaue Vorstellung, wie weit wir kommen würde und wie lange wir brauchen würden. Daher hatten wir auch keine Tour geplant, sondern sind einfach erstmal in der Wimbachklamm gestartet. Dass wir letztlich ganze 15 Kilometer und 500 Höhenmeter sammeln werden, hatten wir gar nicht erwartet. Auf diesen 15 Kilometern haben wir viele Highlights mitgenommen, von touristischen Attraktionen bis zu einsamen Waldwegen.

Hoehenprofil von komoot.de

Distanz: 14,8 km
Höhenmeter: 500 m
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Ingesamt waren wir 5,5 Stunden unterwegs und davon etwa vier Stunden in Bewegung. In der Wimbachklamm sind wir zunächst recht langsam voran gekommen. Daran sind vorallem ich und meine Kamera Schuld. Ich habe ja schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass ich Klammen liebe! Dementsprechend kann ich in einer Klamm kaum den Finger vom Auslöser nehmen. Auch die Wimbachklamm hat mir sehr gefallen. Die Touristenmengen waren noch vertretbar, sodass man durchaus auch Fotos ohne Menschen machen konnte (für mich ein sehr wichtiges Kriterium).

Die Klamm ist nur etwa einen Kilometer lang. Danach stellte sich uns die Frage, wohin wandern wir weiter? Wir hätten weiter durch das Wimbachtal laufen können bis zum Wimbachschloss oder gar zur Wimbachgrieshütte. Nur hätten wir dann auf dem selben Weg wieder zurück gemusst (oder wären über den Watzmann geklettert), und das finden wir eher langweilig. Stattdessen entschieden wir uns für den Schattseitweg Richtung Hintersee. Den Hintersee wollte ich mir sowieso gern anschauen, und sechs Kilometer schienen uns eine überwindbare Distanz.

Der Schattseitweg war eine gute Wahl. Hier haben wir kaum andere Wanderer getroffen und konnten fröhlich singend mit dem Zwerg zwischen den Bergen entlang wandern. Dort haben wir dann auch kräftig Höhenmeter gesammelt und sind ganz schön ins Schwitzen geraten. Unser Päuschen haben wir kurz vor dem Abstieg mit Ausblick auf den Hintersee eingelegt. Im Gegensatz zu manch anderen Seen (dem Bleder See zum Beispiel), finde ich den Hintersee von oben betrachtet nicht so beeindruckend. Da lohnt sich dann doch noch ein Blick aus der Nähe. Also ab ins Tal.

Am Hintersee haben wir erst noch eine Seeumrundung in Erwägung gezogen. Da wir aber noch sieben Kilometer Rückweg vor uns hatten und uns nicht den Unmut des (noch glücklichen) Kindes zuziehen wollten, entschieden wir uns dagegen. Deswegen haben wir es leider nicht zu dem klassischen Postkartenmotiv am Hintersee geschafft (ihr wisst schon, dieses Bild mit dem Fels im Wasser und den zwei Bäumen drauf). Der See schien auch vor Zeiten der Fotografie ein beliebtes Motiv gewesen zu sein. Deswegen gibt es einen Themenwanderweg über Malerei entlang des Sees und ihr könnt dort die Kunstwerke mit dem Original vergleichen. Ich fand es auch interessant zu sehen, wie sich der See an einigen Stellen schon verändert hat (oder die Maler haben damals geschummelt, das weiß ich natürlich nicht).

Vom Hintersee aus sind wir entlang der Ramsauer Ache zurück bis zum Parkplatz an der Wimbachklamm gelaufen. Der Weg führt durch den Zauberwald. Ich weiß nicht genau, wer auf diesen Namen gekommen ist, aber ihr solltet hier keinen Märchen-Themenweg oder ähnliches erwarten. Zauberwald bezieht sich hier vermutlich einfach auf die bezaubernd schöne Natur. Unser Weg führte uns weiter entlang des Naturlehrpfades „Ramsauer Mühlensteinweg“. Besonders schön fand ich auf dem Weg noch die Gletscherquellen. Hier tritt das Schmelzwasser des Blaueisgletschers am Hochkalter an die Oberfläche.

Am Ende kamen wir noch durch das malerische Ramsau. Auch hier gibt es wieder ein weltbekanntes Foto-(oder Maler-)motiv: Die Ramsauer Pfarrkirche St. Sebastian. Am Fluss warteten viele Menschen, um hier endlich das perfekte Foto schießen zu können. Mit der perfekten Kameraeinstellung. Ohne dabei andere Touristen im Bild zu haben. Da hatten die Maler damals eindeutig einen Vorteil. Ich bin auch ganz zufrieden mit meinem “Schnappschuss“.

Die letzten Kilometer sind wir relativ straffen Schrittes zurück zum Parkplatz gelaufen, denn der Milchzwerg wurde so langsam wieder munter und wir wussten, dass er bald Hunger kriegen würde. So waren wir schon am Nachmittag wieder in unserer Unterkunft und konnten den Tag ganz entspannt ausklingen lassen und schonmal die Radtour für den nächsten Tag vorbereiten.